Die BaFin hat ihren Risikobericht 2026 vorgelegt. Für Banken und Kreditservicer sind vor allem drei Bereiche relevant: steigende Ausfallrisiken bei Unternehmenskrediten, anhaltende Belastungen durch den Gewerbeimmobilienmarkt und zunehmende Liquiditätsprobleme bei Immobilienfonds. Die Aufsicht kündigt verstärkte Prüfungen an.
Unternehmenskredite: NPL-Quoten über EU-Durchschnitt
Die BaFin beobachtet weiterhin steigende Kreditrisiken im Firmenkundengeschäft. Bei bedeutenden deutschen Instituten lagen die NPL-Quoten im Firmenkundengeschäft zuletzt leicht oberhalb des Durchschnitts im Single Supervisory Mechanism (SSM), während die Coverage Ratios unterdurchschnittlich waren. Die Behörde warnt: Die Ertragslage kann aufgrund steigender Wertberichtigungsbedarfe belastet werden.
Der Trend steigender Kreditrisikovorsorge setzte sich 2025 fort, wenn auch mit abnehmender Geschwindigkeit. Die Institute haben ihre Kreditvergabestandards gegenüber Unternehmen gestrafft und erhöhte Risikoaufschläge durchgesetzt.
Gewerbeimmobilien: Heterogenes Bild mit Risikopotenzial
Während sich der Wohnimmobilienmarkt weitgehend normalisiert hat, gehen vom Gewerbeimmobilienmarkt nach wie vor größere Risiken für Banken aus. Der Anteil der Gewerbeimmobilienkredite an der aggregierten Bilanzsumme deutscher Banken betrug im dritten Quartal 2025 rund neun Prozent. Die BaFin betont: Einzelne Institute könnten durch größere Kreditausfälle stark belastet werden.
Besonders exponiert sind Banken mit Schwerpunkt in der Finanzierung von Gewerbeimmobilien und Projektentwicklern. Das Transaktionsvolumen und das Neukreditgeschäft verharren seit Jahren auf niedrigem Niveau. Seit der Marktwende Mitte 2022 mussten mehrere Projektentwickler Insolvenz anmelden.
Immobilienfonds unter Druck
Der deutsche Immobilienfondsmarkt umfasst 1.117 Fonds mit einem Gesamtvolumen von 323,6 Milliarden Euro. Seit August 2023 verzeichnen Immobilien-Publikumsfonds kontinuierliche Nettomittelabflüsse – insgesamt rund 13 Milliarden Euro. Im Januar 2026 musste bereits ein kleinerer Fonds die Rücknahme von Anteilen aussetzen.
Auch bei Spezialfonds kam es 2025 in zwei Fällen zur Aussetzung der Anteilsrücknahme. Betroffen waren unter anderem Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und Altersvorsorgeeinrichtungen als Anleger.
Zwangsversteigerungen steigen weiter
Parallel dazu stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland 2025 um 4,7 Prozent auf 14.082 Immobilien mit einem Gesamtverkehrswert von 4,76 Milliarden Euro. 70 Prozent betreffen Wohnimmobilien. Das Ende der zehnjährigen Zinsbindungsfristen aus der Niedrigzinsphase könnte in den kommenden Jahren zu einem weiteren Anstieg führen.
Aufsichtliche Maßnahmen 2026
Die BaFin kündigt für 2026 verstärkte Querschnittsanalysen an, um Risiken wie Konzentrationen oder Ausfälle im Gewerbeimmobilienkreditgeschäft frühzeitig zu erkennen. Sie wird analysieren, ob Banken ihre Gewerbeimmobilienbestände regelmäßig und angemessen bewerten. Bei Banken mit hohen Risiken erfolgen Sonderprüfungen.
Mehr zum Thema: Einen umfassenden Überblick über den deutschen NPL-Markt bietet die BKS-Jahrespublikation. Diskutieren Sie aktuelle Entwicklungen mit Branchenexperten beim BKS-Management-Tag am 10. März 2026.