BKS/DKS-Webinar mit rund 100 Teilnehmer*innen

vom 5. Februar 2021

Beim gestrigen Webinar zum Thema “NPL-Welle” gaben Expert*innen aus der deutschen NPL-Branche einen Überblick über die größten Risiken für die Kreditwirtschaft in der Coronakrise. Wir konnten rund 100 Teilnehmer*innen begrüßen.

Nach der Begrüßung durch BKS-Präsident Jürgen Sonder, führte DKS-Vizepräsident Dr. Jörg Keibel durch die Veranstaltung.

Zunächst gab Sabine Otte, Targobank, einen Überblick über die Lage bei den Konsumentenkrediten. Auch wenn derzeit noch keine Alarmglocken läuteten, lägen große Risiken in drohender wachsender Arbeitslosigkeit.

Bernd Geilen, ehemaliger Vorstand bei der ING, schätzte die Lage bei den Wohnimmobilien ein: Derzeit sei kein Überangebot auszumachen und ein eher positiver Ausblick zu verzeichnen, doch lägen die Risiken in steigender Arbeitslosigkeit und ggf. Scheidungsraten.

Holger Rabelt, Commerzbank, sprach mit Blick auf das WStFG für Firmenkunden davon, dass dieses in der Breite noch nicht genutzt würde. Ein Anstieg von NPLs sei aus seiner Sicht zwar zu erwarten, die von Andrea Enria genannten 1,4 Billionen Euro seien jedoch nicht nachvollziehbar. Die nächsten Jahre würden die Auswirkungen der Krise sichtbarer.

Holger Clemens Hinz, Quirin Privatbank, warf einen Blick auf den Bereich der KMU und erläuterte die Rolle der Anleihenfinanzierungen. Dort gebe es bislang keine größeren Ausfallquoten. Insgesamt habe sich der Kapitalmarkt und die Emissionstätigkeit positiv entwickelt.

Karl-Heinz Bühner, LBBW, betrachtete das Thema der Schuldscheindarlehen, die überwiegend von Unternehmen ab 500 Mio. Euro Umsatz genutzt würden. Aus diesem Markt seien bislang keine Rückschlüsse auf steigende NPL-Quoten möglich.

Antje Mertig, Steinberg Management, berichtete für den Bereich der Kredite für Gewerbeimmobilien. Die Volumina der Finanzierungen in diesem Bereich sei in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Coronakrise habe auf einzelne Branchen weitreichende Auswirkungen, die aber nur schwer abzuschätzen seien. Besonders in den Innenstädten, den Shoppingflächen und Hotels seien die Auswirkungen spürbar.

Prof. Dr. Christoph Schalast, Frankfurt School of Finance & Management, resümierte die vorangegangenen Statements und wies in diesem Zusammenhang auf das NPL-Barometer hin, das derzeit erhoben wird.

Anschließend folgten zwei Einschätzungen von Jan-Peter Hülbert, TSI True Sale International, zum Thema “NPL Securitisation als Lösung analog GACS und HAPS?” und Janine Hardi, Rechtsanwältin, vormals FMS-WM, zu den Vor- und Nachteilen einer nationalen Bad Bank.

Zum Abschluss betrachteten Dr. Keibel und Herr Sonder den zuletzt beschlossenen NPL-Aktionsplan der EU-Kommission und in diesem Zusammenhang den jüngsten Bericht des Europäischen Parlaments zur geplanten Kreditdienstleister-Richtlinie, zu dem die BKS ein Positionspapier erstellt hat.

Publikationen

Veranstaltungen


Consent Management mit Real Cookie Banner