Verdopplung der Großinsolvenzen: höhere Risiken für Marktteilnehmer erwartet

vom 24. November 2022

Berlin, 24. November 2022 – Steigende Energiepreise, Konsumzurückhaltung durch die Inflation, höhere Zinsen für Kredite sowie weiterhin Lieferkettenprobleme lassen erahnen, dass die Zahl der Insolvenzen steigen wird. Das zeigt sich bereits bei Großinsolvenzen ab 50 Millionen Euro Umsatz, deren Anzahl sich branchenübergreifend im dritten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahresquartal verdoppelt hat. „Nur eine differenzierte Betrachtung der Insolvenzentwicklung zum Beispiel nach Unternehmensgröße liefert eine ganzheitliche Sicht“, sagt Ralph Roßmanith, Geschäftsführer der STP Business Information GmbH, eines führenden Anbieters für tiefenstrukturierte Insolvenzinformationen.

Insolvenzen großer Unternehmen, darunter in diesem Jahr bereits so bekannte Handelsmarken wie der Schuhhändler Görtz oder der Toilettenpapier-Hersteller Hakle, bergen erfahrungsgemäß höhere Risiken für Arbeitnehmer, Lieferanten und Kunden. „Daher ist für Unternehmen und Banken etwa ein tiefenstrukturiertes Insolvenz-Monitoring zur Früherkennung wichtig“, so Roßmanith. STP Business Information stellt in seiner Analyse fest, in welchen Branchen es besonders viele Insolvenzen gibt.

  • Maschinenbau: Eine der Vorzeigebranchen der deutschen Wirtschaft verbucht im dritten Quartal 2022 bei der Zahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 23 Prozent.
  • Automobilindustrie: Im Automotive-Bereich gab es im Vergleich zum dritten Quartal 2021 33 Prozent mehr Insolvenzen.
  • Gastgewerbe: Bei Restaurants und Hotels ist die Anzahl der Insolvenzverfahren im dritten Quartal mit 22 Prozent ebenfalls gestiegen.

„Die Krise ist zum Normalzustand geworden und die derzeitige wirtschaftliche Unsicherheit betrifft praktisch alle Branchen“, sagt Dr. Ludwig J. Weber, Experte für Unternehmensfinanzierung und -sanierungen bei der Kanzlei Schultze & Braun. „Zudem lässt sich kaum abschätzen, bis wann der Krisenmodus andauern wird, und auch ein ‚Nachholeffekt‘ wie nach der Corona-Pandemie scheint derzeit ausgeschlossen, da die Preise in den meisten Branchen aller Voraussicht nach weiter steigen oder auf einem hohen Niveau verbleiben werden. Ich rechne daher damit, dass in den kommenden Wochen und Monaten die Zahl der Insolvenzen weiter zunehmen wird.“

Einen Einfluss auf die bisher noch rückläufigen Verbraucherinsolvenzen und damit auf die Bankbilanzen sieht Jürgen Sonder, Präsident der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS), die gemeinsam mit der Frankfurt School of Finance & Management im NPL-Barometer die Entwicklung von Kreditausfällen beobachtet: „Ich sehe ein großes Risiko für weitere Insolvenzen durch sogenannte Zombieunternehmen. Schon zu Zeiten üppiger Liquidität waren diese nicht in der Lage, Schulden zu tilgen. Neben den hohen Kosten für Materialbeschaffungen und Energie müssen diese Unternehmen nun auch noch höhere Zinskosten stemmen. Die Kapitaldienstfähigkeit wird dadurch mehr als fraglich.“

Auch im Bereich der Immobilienbranche dürfte in absehbarer Zeit die Zahl der Insolvenzen zunehmen. Zwar ist im Baugewerbe trotz der Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt im Oktober 2022 verglichen zum Vorjahresmonat noch kein Anstieg, sondern nach Analyse von STP Business Information ein Rückgang der Insolvenzen um fast 30 Prozent zu verzeichnen. Und im aktuellen NPL-Barometer (Ausgabe Sommer 2022) der BKS gaben die Risikomanager in den Banken an, dass die Bestände notleidender Immobilienkredite innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums überwiegend gleichgeblieben oder zurückgegangen seien. Doch befürchteten im Bereich der Wohnimmobilienkredite 36 Prozent und im Bereich der gewerblichen Immobilienkredite sogar 47 Prozent der befragten Risikomanager, dass die NPL-Bestände ansteigen werden.

Ein weiterer Frühindikator für Kreditausfälle sind Stage-2-Kredite, die nach IFRS 9 ein signifikant erhöhtes Kreditrisiko aufweisen. Ihr Anteil wuchs deutschlandweit im Vergleich zum Vorjahr laut Zahlen der European Banking Authority von 8,4 auf 10,8 Prozent. Prof. Dr. Christoph Schalast, BKS-Beiratsvorsitzender und Professor an der Frankfurt School of Finance & Management: „Schon im Frühjahr 2020 rechneten viele mit einem signifikanten Anstieg der Insolvenzen, doch die staatlichen Milliardenhilfen und nicht zuletzt das Nullzinsumfeld haben das verhindert. In den letzten Monaten haben sich diese Rahmenbedingungen vollständig geändert und es ist zu befürchten, dass viele verschleppte Insolvenzen jetzt nachgeholt werden. Insoweit wird Früherkennung von Risiken immer wichtiger.“

Über die BKS
Die Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) wurde 2007 gegründet, hat ihren Sitz in Berlin und vertritt die Interessen ihrer derzeit 35 im Sekundärmarkt tätigen Mitgliedsunternehmen in Deutschland. Sie setzt sich zusammen mit ihrem Beirat, der überwiegend aus Vertretern deutscher Kreditinstitute besteht, auf politischer und fachlicher Ebene für einen funktionierenden und transparenten Sekundärmarkt ein. Mit Portfoliotransaktionen und Servicing von NPLs (Non-performing Loans) sichern Kreditdienstleister die Liquidität des Bankensektors. Der Verkauf von notleidenden Darlehensforderungen hilft Banken, Sparkassen und Landesbanken, Risikostrukturen zu verbessern und Liquidität zu sichern, um Neukredite an Darlehensnehmer zu vergeben. Weitere Informationen unter: www.bks-ev.de.

Über das BKS-Mitglied STP Business Information GmbH
Die STP Group mit Sitz in Karlsruhe bietet seit mehr als 25 Jahren Lösungen für Insolvenzverwaltung, Sanierungsberatung und die Insolvenzgerichte in Deutschland. Die STP Business Information GmbH ist das Kompetenzzentrum für die Erhebung und Strukturierung von Daten sowie die passgenaue Bereitstellung in IT-Systeme und Prozesse. Unternehmen aller Branchen profitieren von dieser Expertise: Neben Banken, Energieversorgern und Krankenkassen zählen Unternehmen aus Industrie und Handel zu den Kunden. Auch die Inkassobranche profitiert durch das Insolvenz-Monitoring von signifikanten Kosteneinsparungen.

Über Schultze & Braun
Schultze & Braun ist ein führender Dienstleister für Insolvenzverwaltung und Beratung im Sanierungs- und Insolvenzrecht. Mit über 600 Mitarbeitern an 40 Standorten in Deutschland und dem europäischen Ausland unterstützt Schultze & Braun Unternehmen vor Ort, bundesweit und international in allen rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

NPL RiskNews Q3/2022 – jetzt lesen!

vom 30. September 2022

NPL-Barometer – signifikant steigende Kreditausfälle bis 2023 erwartet

vom 17. August 2022

Risikomanager:innen erwarten steigende Kreditausfälle insbesondere bei Konsumenten und KMU

Berlin, 17. August 2022 – Mit der hohen Inflation und den drastisch gestiegenen Energiepreisen stehen Unternehmen und private Haushalte vor großen Belastungen. Dazu kommen Lieferkettenprobleme, steigende Zinsen sowie geopolitische Spannungen. Die Risikomanager:innen der Banken erwarten daher einen relevanten Anstieg notleidender Kredite, besonders bei Konsumenten und KMU. „Die Marktteilnehmer gehen zwar von einem spürbaren, aber nicht außerordentlichen Anstieg aus“, sagt Christoph Schalast, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. „Vieles spricht aber dafür, dass die Kurve sehr viel steiler nach oben gehen wird.“


Risikomanager:innen in den deutschen Kreditinstituten erwarten einen deutlichen Anstieg von Non-performing Loans (NPLs) für 2023. Während für das laufende Jahr im Durchschnitt ein NPL-Volumen von knapp 32 Milliarden Euro prognostiziert wird, könnte es 2023 auf 37,6 Milliarden Euro steigen. Das ist das Ergebnis der Sommererhebung des NPL-Barometers, das von der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) sowie der Frankfurt School of Finance & Management herausgegeben wird.

Im Einzelnen erwarten 55 Prozent der befragten Risikomanager:innen eine „signifikante“ Steigerung von NPLs in deutschen Kreditinstituten im nächsten Jahr. 23 Prozent rechnen damit erst 2024 und acht Prozent noch später. Nur 13 Prozent sehen keine signifikante Zunahme in den kommenden Jahren.

Die Risikomanager:innen gehen daher für die nächsten Monate von verstärkten Aktivitäten im deutschen NPL-Markt aus. Das spiegelt sich im Erwartungswert des NPL-Barometers: Er ist von 0,19 im Jahr 2021 auf nun 0,26 gestiegen. Der höchste Erwartungswert war 2020 nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie mit 0,42 gemessen worden, er sank dann aber in Folge der effektiven Hilfsprogramme der Regierungen und Zentralbanken wieder ab.

„Die während der Coronapandemie erwarteten, aber ausgebliebenen Kreditausfälle machen einen realistischen Ausblick in die Zukunft schwierig“, sagt Janine Hardi, NPL-Expertin, Rechtsanwältin und BKS-Beirätin. „Dennoch sprechen viele Faktoren dafür, dass das Risiko steigt, dass nunmehr Bewegung auf den NPL-Markt kommen wird.“

Diese Ansicht begründen die Risikomanager:innen vor allem mit der wachsenden Inflation und den steigenden Energiekosten. Im Juli lag die Verbraucherpreisinflation in Deutschland bei 7,5 Prozent, Energieprodukte verteuerten sich auf Jahressicht um rund 36 Prozent. Kostendruck spüren auch die Unternehmen: Die Steigerungsraten bei Import- und Erzeugerpreisen lagen im Juli bei 30 Prozent. Ebenfalls schwer wiegen laut Risikomanager:innen anhaltende Lieferkettenprobleme sowie geopolitische Risiken, Kriege und Sanktionen. Weniger oft genannt werden inzwischen die Corona-Folgen.

Während sich die Erwartungen eintrüben, hat sich der Wert für die Lageeinschätzung gegenüber dem Vorjahr etwas verbessert: In den vergangenen zwölf Monaten konnten die NPL-Bestände abgebaut werden und die Transaktionsaktivitäten stagnierten. Dies zeigt sich auch in den einzelnen Assetklassen. Bei den Konsumentenkrediten beobachteten 52 Prozent der Befragten konstante und 14 Prozent sinkende NPL-Bestände. Im wohnwirtschaftlichen Immobilienbereich sahen wiederum 50 Prozent stagnierende und 24 Prozent sinkende NPL-Bestände.

Von der erwarteten Erhöhung der NPL-Quoten werden laut Umfrage alle Assetklassen betroffen sein, besonders stark allerdings die Kredite an Konsumenten sowie an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Bei diesen Gruppen sind die Ersparnisse aus der Vergangenheit vielfach gesunken, gleichzeitig stellt sich bei den Unternehmen die Frage, inwieweit sie den steigenden Kostendruck weitergeben können. Für die KMU wird erwartet, dass die NPL-Quote Ende des Jahres bei drei Prozent liegen und bis Ende 2023 auf 3,7 Prozent zulegen wird. Bei den Konsumentenkrediten rechnen die befragten Risikomanager:innen im Mittel mit einem Anstieg von 2,6 auf 3,4 Prozent. Für den Bereich gewerbliche Immobilien lauten die Schätzungen 2,8 Prozent für Ende 2022 und 3,1 Prozent für Ende 2023.

Insgesamt schneiden mit Immobilien besicherte Kredite besser ab. Dennoch wird auch im wohnwirtschaftlichen Bereich ein Anstieg der NPL-Quoten von 1,4 auf 1,9 Prozent erwartet. „Ich gehe im wohnwirtschaftlichen Sektor ebenfalls von einer stagnierenden Preisentwicklung aus, denn die Zeiten, wo wir quasi monatliche Anpassungen in der Preisbewertung vornehmen müssen, dürften Geschichte sein“, sagte BKS-Beirat Markus Thanner vom Bankhaus Bauer. „Bei gewerblichen Immobilien dürfte die Preisentwicklung im starken Maße von der Lage in Verbindung mit möglichen Verwendungsfähigkeiten der Immobilie abhängen.“

Letztendlich überwiegt jedoch in der Finanzindustrie die Unsicherheit über die tatsächlichen Auswirkungen dieses toxischen Mixes der Risikofaktoren. Die Warnmechanismen sind voll aktiviert und das Risikomonitoring hat Hochkonjunktur. „Risikovorsorge und eingeschränkte Kreditvergabe sind die prophylaktischen Maßnahmen, die aktuell mehr und mehr durchgeführt werden“, so Jürgen Sonder, Präsident der BKS.

Zur Methodik
Gefragt wird nach der tatsächlichen Entwicklung innerhalb der vergangenen zwölf Monate und der erwarteten Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Dabei werden die NPL-Bestände, die Kaufpreise, die Nutzung von Verkäufen und Outsourcings, die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Entwicklungen auf den Immobilienmärkten unter die Lupe genommen. Das NPL-Barometer ist auf einer Skala von -1 bis +1 abgetragen. Werte im negativen Bereich der Skala sprechen für einen weniger aktiven NPL-Markt, während ein positiver Wert für höhere NPL-Bestände, mehr Transaktionstätigkeit und geringere Verkaufspreise spricht.

Das aktuelle NPL-Barometer kann hier heruntergeladen werden.

BKS-Jahrespublikation 2021/2022

vom 24. Mai 2022

Die Entwicklungen der letzten Monate werden ihre Spuren im Finanzsektor hinterlassen. Mit unseren Publikationen, Veranstaltungen und Arbeitsgruppen möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die Hintergründe besser zu verstehen und den Wissenstransfer zwischen NPL-Investoren, Servicern und Kreditinstituten zu verbessern.

In diesem Kontext erscheint die BKS-Jahrespublikation 2021/2022. Parallel zu einem aktuellen Marktüberblick, der auch auf die geopolitischen und makroökonomischen Rahmenbedingungen eingeht, lassen wir in diesem Jahr unsere Mitglieder und Beiräte zu Wort kommen. Wir haben den Fokus auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und Änderungen gelegt, die in den letzten Jahren von der EU auf den Weg gebracht wurden und in Zukunft bei Entstehung und Abbau von notleidenden Engagements eine bedeutende Rolle spielen werden.

Die Jahrespublikation erscheint gedruckt und online und kann hier bestellt werden:

Pressemitteilung zum Erscheinen der Jahrespublikation und zum NPL FORUM:

NPL FORUM 2022: Risikomanagement der deutschen Banken rechnet für 2023 mit signifikant steigender Zahl von notleidenden Krediten

Berlin, 25. Mai 2022 – Das Risikopotenzial von Non-performing Loans (NPL) für die europäische Finanzstabilität wird mit der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation erneut steigen. Das NPL FORUM am 1. Juni 2022 an der Frankfurt School of Finance & Management beleuchtet und diskutiert vor diesem Hintergrund verschiedene Szenarien für die Wirtschaft und die Auswirkungen auf die Finanzindustrie. Der Einsatz von Strategien und Instrumenten der Kredit- und Risikosteuerung bilden einen weiteren Schwerpunkt in diesem kritischen Umfeld.

Bereits für 2023 erwarten Risikomanager einen signifikanten Anstieg bei den notleidenden Forderungen. Das zeigt eine vorläufige Auswertung des NPL-Barometers 2022 – einer gemeinsamen Erhebung der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) und der Frankfurt School of Finance & Management unter deutschen Banken, die im Juni veröffentlicht wird.

„Das NPL FORUM 2022 gibt einen hochaktuellen Überblick über makroökonomische Szenarien und diskutiert wichtige Fragen der Finanzmarktregulierung, der Aufsicht und der bankstrategischen Ausrichtung“, sagt Jürgen Sonder, Präsident der BKS. Schwerpunkte sind europäische Aspekte der Finanzstabilität, Zukunftsthemen des Kreditgeschäftes und innovative Ansätze zur Steuerung leistungsgestörter Kredite. Als bedeutende Einflussfaktoren des Kreditrisikomanagements stehen in diesem Jahr Transformationsstrategien sowie geo- und zinspolitische Szenarien im Mittelpunkt: „Im Vergleich zur Coronakrise haben wir es aktuell mit mehrdimensionalen Krisenparametern zu tun. Ukraine-Krieg, Lieferkettenprobleme, Rohstoff- und Energiepreisentwicklung, hohe Inflation, drohende Zinserhöhungen – um einige zu nennen. Es ist nicht zu erwarten, dass der Staat auch dieses Mal wieder mit massiven Unterstützungsmaßnahmen die Bankbilanzen vor Kreditausfällen bewahren kann. Und diese sind zu befürchten.“, so Sonder.

Seit seinem Start im Jahr 2006 hat sich das NPL FORUM als jährliches Informations- und Austauschforum für Fach- und Führungskräfte des Finanzsektors, für Investoren, Servicer und den Beratungssektor etabliert. Das Programm beinhaltet dabei Keynotes hochkarätiger Sprecher –Vorstände von Banken, hochrangige Vertreter von EZB und Bafin – und der Wissenschaft bis hin zu Expertenpanels mit den Schwerpunkten Regulierung, Aufsicht, technologische Innovationen und neue Managementperspektiven im Kredit- und NPL-Prozess. Fachbeiträge und eine Diskussionsrunde mit Vertretern von Kreditinstituten, Aufsichtsbehörden und anderen Marktteilnehmern geben einen umfassenden Einblick über verschiedene Szenarien bei der Einschätzung der NPL-Situation. Veranstaltet wird das NPL FORUM vom Frankfurt School Verlag in Kooperation mit der Frankfurt School of Finance & Management und der BKS.

Die größte und wichtigste Konferenz des deutschen Sekundärmarktes für notleidende Kredite findet am 1. Juni 2022 in einem Hybrid-Format an der Frankfurt School of Finance & Management statt. Für die Präsenzveranstaltung sind die Plätze limitiert. Als Gäste diskutieren Marieluise Beck, Parlamentarische Staatssekretärin a. D., Osteuropa-Expertin und Mitgründerin des Zentrums Liberale Moderne, und Prof. Dr. Roland Koch, Professor of Management Practice in Regulated Environments, Frankfurt School of Finance & Management, über das Thema „Deutschland nach der ‚Zeitenwende‘: neue Rolle, neue Herausforderungen und Chancen?“.

Als Hintergrund dient die gerade erschienene BKS-Jahrespublikation 2021/2022. Das Buch, das sowohl gedruckt als auch online erhältlich ist, beschreibt neben der aktuellen Marktentwicklung die rechtlichen Grundlagen des NPL-Geschäftes im Sinne des (europäischen) regulatorischen Rahmens, der IT-Anforderungen und des Insolvenzrechts. Zudem gibt es lesenswerte Berichte aus der NPL-Praxis – mit einem Fokus auf Innovationen durch die Digitalisierung. Online bestellen oder herunterladen: www.bks-ev.de

EBA-Konsultation zu NPL Data Templates und Peer Review Report zum NPE-Management

vom 17. Mai 2022

Die European Banking Authority (EBA) hat in den letzten Tagen zwei wichtige Meldungen mit Blick auf NPLs veröffentlicht:

Zum einen gibt es eine neue Konsultation zu den NPL Data Templates, welche in den Status der “Implementing Technical Standards” (ITS) erhoben werden sollen, die dann im Rahmen der Kreditdienstleister-Richtlinie bindend würden. Die BKS hat im letzten Jahr bereits Stellung bezogen und wird sich auch in das aktuelle Konsultationsverfahren eng einbringen.

Zum anderen hat die EBA heute einen Peer Review Report zum NPE-Management veröffentlicht, das die Anwendung der EBA Guidelines zu NPEs evaluiert. Dabei seien laut EBA keine bedenklichen Entwicklungen beobachtet worden. Die EBA Guidelines würden angewendet und die Aufsichtsbehörden verfolgten einen risikobasierten Ansatz in ihrem Handeln. Zudem würden die Aufsichtsbehörden in Jurisdiktionen mit höheren NPL-Quoten anspruchsvollere Maßnahmen ergreifen als jene mit niedrigeren Quoten.

Neben den geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben also auch die regulatorischen und aufsichtlichen Entwicklungen spannend. Wir freuen uns, auf dem NPL FORUM am 1. Juni exzellente Speaker zu all diesen Themen begrüßen zu dürfen.

Aus der Perspektive der Aufsicht sprechen Dr. Korbinian Ibel (EZB) und Raimund Roeseler (BaFin). Aktuelle Initiativen und Perspektiven der europäischen Regulierung im Kredit- und NPL-Bereich werden von Mike Danielewsky präsentiert und anschließend mit Dietrich Janssen, Claus Radünz, Ilka Pufe, Steffen Fink und Prof. Dr. Christoph Schalast diskutiert.

Programm und Anmeldung

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

NPL-Barometer 2022: Fragebogen ausfüllen und Dankeschön sichern (nur für Banken)

vom 12. Mai 2022

Der Ausbruch der Coronapandemie im März 2020 hatte erhebliche Auswirkungen auf die Erwartungen der Risikomanager*innen in den deutschen Kreditinstituten, die mit dem Inkrafttreten der umfangreichen und effektiven staatlichen Hilfsmaßnahmen wieder relativiert wurden. Seit dem letzten Snapshot im Herbst 2021 haben sich die Rahmenbedingungen nun erneut geändert: Inflation, Krieg, Sanktionen und neue Lieferketten-Disruptionen sind als neue maßgebliche Risikofaktoren erschienen.

Auf der Grundlage Ihrer Einschätzungen erstellen wir das NPL-Barometer 2022. Dieses sagt aus, ob der deutsche Markt notleidender Forderungen (Non-performing Loans, NPLs) rückläufig, stabil oder wachsend ist. Die Erhebung wurde als Kooperationsprojekt zwischen der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing und der Frankfurt School of Finance & Management entwickelt und wird vom International Bankers Forum und der Deutschen Kreditmarkt Standards unterstützt.

In diesem Sinne würden wir uns freuen, wenn Sie an unserer Erhebung teilnehmen und den Fragebogen ausfüllen. Bitte teilen Sie diesen auch mit Ihren relevanten Kolleginnen und Kollegen aus dem Risikomanagement deutscher Kreditinstitute. Die Teilnahme dauert ca. 10 – 15 Minuten.
Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Juni/Juli 2022 veröffentlicht.

Als Dankeschön für Ihre Mitarbeit bieten wir Ihnen die Möglichkeit an, sich am Ende der Umfrage für eines der folgenden beiden Geschenke zu registrieren:

• 1 Exemplar Grundlagen des NPL-Geschäftes (3., überarbeitete und erweiterte Auflage 2021),

• 1 Teilnahme als Ehrengast am NPL FORUM 2022 am 1. Juni 2022.

Bitte beachten Sie, dass nur eine begrenzte Stückzahl verfügbar ist und nach der Reihenfolge des Eingangs vergeben wird. Der Fragebogen des NPL-Barometers 2022 richtet sich ausschließlich an Verantwortliche des Risikomanagements deutscher Kreditinstitute.

Zum Fragebogen: https://npl-test.bks-ev.de/index.php/284724/lang-de

NPL-Quote im viertel Quartal 2021 stabil

vom 1. April 2022

Die European Banking Authority hat soeben das EBA Risk Dashboard für das vierte Quartal 2021 veröffentlicht. Überraschungen im NPL-Bereich gibt es weiterhin nicht:

Die Gesamt-NPL-Quote der deutschen Banken sank im Jahresvergleich um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent. Dies spiegelt sich auch in den einzelnen Assetklassen wieder – einzig im Bereich der CRE-Kredite ist ein Anstieg der Quote zu sehen. Das Volumen der NPLs im CRE-Bereich stieg von 240 Mrd. Euro im Dezember 2020 auf 264 Mrd. Euro im Dezember 2021.

Quelle: Risk Dashboard | European Banking Authority (europa.eu)

NPL FORUM am 1. Juni 2022

vom 24. März 2022

NPL-Barometer Herbst Snapshot

vom 29. Oktober 2021

Der aktuelle Herbst Snapshot des NPL-Barometers wurde von der BKS exklusiv am 27. Oktober auf der Conference NPL-Management des Bankenfachverbandes präsentiert. Während die Erwartungen der Risikomanager*innen bezüglich der NPL-Marktaktivitäten in den kommenden zwölf Monaten leicht zurückgegangen sind (diese waren im Zuge des Ausbruchs der Pandemie auf ein Allzeithoch gestiegen), so wurde ein etwas aktiverer NPL-Markt in den vergangenen zwölf Monaten beobachtet.

Eine ausführliche Auswertung der Ergebnissen wird in der Novemberausgabe der NPL RiskNews zu finden sein. Sie sind noch nicht auf unserem Verteiler? Dann tragen Sie sich jetzt hier ein.

NPL-Quote in Deutschland sinkt – Assetqualität im Rahmen von Zahlungsmoratorien schlechter

vom 6. Oktober 2021

Das EBA Risk Dashboard für der zweite Quartal 2021 ist heute veröffentlicht worden. Für Deutschland ergibt sich ein Rückgang bei der NPL-Quote von 1,2 auf 1,1 Prozent. Bei den Krediten an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie im Bereich Corporate Real Estate (CRE) stieg die NPL-Quote um jeweils 0,1 Prozentpunkte an.

Im Euroraum ging die NPL-Quote ebenfalls weiter zurück. Gleichzeitig verschlechterte sich jedoch die Assetqualität von Krediten im Rahmen von Zahlungsmoratorien und staatlichen Garantien.

Weitere Informationen: EBA Risk Dashboard points to stabilising return on equity in EU Banks but challenges remain for those banks with exposures to the sectors most affected by the pandemic | European Banking Authority (europa.eu)

Nächste Seite »

Publikationen

BKS-Events

24. Mai NPL FORUM 2023
Frankfurt am Main

Events aus dem BKS-Netzwerk

  • Keine Veranstaltungen

  • Aktueller Kooperationsstudiengang der Frankfurt School of Finance & Management

    WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner