Das NPL-Barometer in den Medien + Diskussionsrunde

vom 30. März 2021

Das aktuelle NPL-Barometer wurde auch von den wirtschaftlichen Fachmedien wieder aufgegriffen. So berichteten u.a.:

Am 29.03.2021 wurde das NPL-Barometer zudem mit einer virtuellen Diskussionsrunde öffentlich präsentiert. Nach der Begrüßung durch BKS-Präsident Sonder und den Beiratsvorsitzenden Prof. Dr. Schalast stellte Herr Dzieciol die neusten Erkenntnisse aus der aktuellen Befragung vor.

Es folgte eine lebhafte Diskussion unter Moderation durch Prof. Dr. Schalast mit

  • Jürgen Sonder, Präsident
  • Marcel Köchling, Vizepräsident
  • Ahmet Bilen, Santander Consumer Bank AG, Manager Collection Business Unit
  • Torsten Kohl, Mainzer Volksbank eG, Bereichsdirektor Problemkreditmanagement
  • Lars Löffelholz, Commerzbank AG, Group Services Operations Credit, Service-Center Intensive

Rund 70 Zuschauer*innen diskutierten mit. Wir freuen uns auf die nächste Erhebung im Herbst dieses Jahres – dann wieder unter völlig anderen wirtschaftlichen und pandemischen Rahmenbedingungen.

Staatliche Hilfsmaßnahmen verschleiern wahres Ausmaß möglicher Kreditausfälle

vom 26. März 2021

Berlin, 26. März 2021 – Die Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V. (BKS) warnt vor notleidenden Krediten in Milliardenhöhe. Das Gesamtvolumen ist aufgrund der staatlichen Hilfsmaßnahmen noch nicht endgültig abschätzbar. Im aktuellen NPL-Barometer prognostizieren die befragten deutschen Kreditinstitute daher deutlich weniger Kreditausfälle, als noch vor einem Jahr erwartet worden waren. Jürgen Sonder, Präsident der BKS: „Sicher ist, dass die massiven Hilfspakete der Regierung die deutschen Banken im vergangenen Jahr vor einer signifikant höheren NPL-Quote verschont haben. Unstrittig ist aber auch, dass die nachlaufenden Effekte die deutschen Bankbilanzen in den nächsten Jahren beschäftigen werden.“

Rund 40,6 Milliarden Euro an notleidenden Krediten oder Non-performing Loans (NPLs) erwarten die befragten Kreditinstitute für das laufende Jahr. Dieser Wert könnte 2022 dann auf bis zu 46,7 Milliarden Euro steigen. Im letzten NPL-Barometer rechneten die befragten Risikomanager noch mit einem Anstieg auf 59 Milliarden Euro allein bis Ende 2021. Zum Vergleich: 2020 waren rund 33 Milliarden Euro an NPL-Beständen zu verzeichnen. „Die Teilnehmer unserer Umfrage waren in diesem Jahr wesentlich konservativer in ihrer Einschätzung. Während im vergangenen Jahr unter dem Eindruck des ersten Lockdowns noch erhebliche Ausfälle erwartet worden waren, zeigte sich, dass aufgrund der Hilfsmaßnahmen Insolvenzen hinausgezögert wurden und Kreditausfälle 2020 zu keinen Verwerfungen geführt hatten. Dennoch müssen die Banken vorsorgen – darauf weisen hohe Rückstellungen hin“, sagt Sonder. Zu den Maßnahmen, die Kreditausfälle aktuell verhindern, zählen unter anderem die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, Liquiditäts- und Kreditprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau und das Kurzarbeitergeld. „Erst wenn die Politik sich dazu entscheidet, keine weiteren Hilfen zu leisten, wird das wahre Ausmaß deutlich werden“, so Sonder.

Besonders betroffen von möglichen Kreditausfällen sind dabei Unternehmen im (Offline-) Einzelhandel, in der Tourismusbranche und Gastronomie. „Hier sind Ausfälle in größerer Höhe fast unvermeidlich“, sagt Sonder. So werden NPL-Quoten von rund 3,3 Prozent bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) für 2021 erwartet. 2020 lag die Ausfallquote noch bei 2,5 Prozent. Für 2022 könnte dieser Wert auf 3,8 Prozent steigen. „Das ist auch in der zweiten Erhebung des NPL-Barometers in der Coronakrise der höchste erwartete Ausfallwert aller Assetklassen“, erklärt Sonder.

Die Immobilienbranche, die in den vergangenen Jahren dank steigender Immobilienpreise und niedriger Zinsen sehr wenige Ausfälle hatte, wird ebenfalls getroffen. „Hier sind die Auswirkungen aber vergleichsweise gering“, so Sonder. Besonders bei wohnwirtschaftlichen Immobilienkrediten fällt der Anstieg von 1,1 Prozent 2020 über 1,5 Prozent 2021 auf 1,7 Prozent 2022 nicht so stark aus. Bei finanzierten Gewerbeimmobilien steigen die Ausfälle stärker: von 1,7 Prozent im vergangenen Jahr über 2,5 Prozent in diesem Jahr auf 3,1 Prozent 2022. „Steigende Arbeitslosigkeit sorgt für einen (moderaten) Anstieg bei den Wohnimmobilienkrediten, bei den Gewerbeimmobilien sind es die anstehenden Schwierigkeiten der Firmen“, sagt Sonder.

Konsumentenkredite weisen 2020 eine NPL-Quote von 2,1 Prozent aus. Hier ist ein Anstieg auf 2,8 Prozent in diesem Jahr und 3,4 Prozent 2022 zu erwarten.

„Die Banken haben 2020 aufgrund der zu erwartenden Kreditausfälle ihre Risikovorsorge deutlich erhöht“, so Sonder. Nach Auslaufen der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen und nach Beendigung der Insolvenzantragspflicht zum 30. April 2021 wird das NPL-Management der Kreditinstitute in den nächsten Jahren besonders gefordert werden. „Auch wenn die Banken die zu erwartenden Kreditausfälle teilweise bereits in der Risikovorsorge berücksichtigt haben, wird ein weiterer großer Mehraufwand in der Restrukturierung beziehungsweise Sanierung von insolvenzgefährdeten Unternehmen entstehen“, sagt Sonder. Früherkennung und Risiko-Monitoring seien dabei die wichtigsten Aufgaben und Instrumente. Im NPL-Management bevorzugen die Risikomanager nach wie vor eine kombinierte Strategie bei der Bearbeitung von notleidenden Krediten. „Parallel zur internen Bearbeitung wird die externe Bearbeitung und die Inanspruchnahme des Sekundärmarktes eine große Rolle spielen müssen“, betont Sonder. Die Unsicherheit aber bleibt.

Das NPL-Barometer kann unter https://bks-ev.de/npl-barometer-21/ kostenlos angefordert werden.

Eine virtuelle Vorstellung und Diskussion des NPL-Barometers finden am 29. März um 17 Uhr statt. Bitte melden Sie sich unter https://bks-ev.de/events/vorstellung-diskussionsrunde-npl-barometer-2021/ hierfür an.

Über die BKS

Die Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) wurde 2007 gegründet, hat ihren Sitz in Berlin und vertritt die Interessen ihrer derzeit 31 im Sekundärmarkt tätigen Mitgliedsunternehmen in Deutschland. Sie setzt sich zusammen mit ihrem Beirat, der überwiegend aus Vertretern deutscher Kreditinstitute besteht, auf politischer und fachlicher Ebene für einen funktionierenden und transparenten Sekundärmarkt ein. Mit Portfoliotransaktionen und Servicing von NPLs (Non-performing Loans) sichern Kreditdienstleister die Liquidität des Bankensektors. Der Verkauf von notleidenden Darlehensforderungen hilft Banken, Sparkassen und Landesbanken, Risikostrukturen zu verbessern und Liquidität zu sichern, um Neukredite an Darlehensnehmer zu vergeben.

BKS-Auftritt beim QUALCO-Webinar zu NPLs

vom 17. März 2021

Juergen SonderStephan JenderMarcel KöchlingClaus RadünzTimur Peters und Achim Cremer diskutierten beim virtuellen Event “Notleidende Kredite in Deutschland: Was ist die richtige Strategie?”

Das Panel sieht die Banken grundsätzlich gut aufgestellt: Das Eigenkapital ist hoch, externe Servicer und Verkäufe werden viel häufiger genutzt als noch vor der Finanzkrise. Herausforderungen werden aber nach wie vor durch die kleinen Margen und neue Player am Markt gesehen.

Die deutsche Wirtschaft wird im internationalen Vergleich wesentlich stärker mit Hilfsmaßnahmen gestützt als andere Länder – das schlägt sich auch auf die Ausfallquoten durch.

Welche Strategien werden gesehen? Vor allem bei langfristigen Problem-Assets wird externe Hilfe durch Servicing, Verkäufe und technische Dienstleister als nötig erachtet – so auch der EZB-Leitfaden zu notleidenden Krediten.

NPL-Bericht des Europäischen Parlaments

vom 11. März 2021

Eine im ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass die NPL-Quote eher von makroökonomischen Faktoren getragen wird und daher nicht so stark steigen könnte wie in der Weltfinanzkrise. Allerdings würden auch (Länder-)spezifische Faktoren eine Rolle spielen. So könnten in den Niederlanden gestundete Steuerzahlungen zu mehr NPLs führen. Den Bericht finden Sie hier.

Implikationen des neuen NPL-Aktionsplans der Europäischen Kommission

vom 1. März 2021

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Immobilien und Finanzierung“ stellt das BKS-Autorenteam Bachmeier/Köchling/Sonder eine Kommentierung des EU Action Plans „Tackling non-performing loans (NPLs) in the aftermath of the Covid-19 pandemic” aus praktischer Sicht vor.

Sie analysieren die Intentionen des europäischen Gesetzgebers und die geplante Weiterentwicklung von Sekundärmärkten für notleidende Vermögenswerte.

Dabei werden Themen wie die Schaffung einer zentralen elektronischen Datenplattform (data hub) auf EU-Ebene, die Reform zur Unternehmensinsolvenz und Schuldenbeitreibung zur Angleichung der nationalen Insolvenzrahmen für einen höheren Verbraucherschutz oder die europaweite Zusammenarbeit nationaler Vermögensverwaltungsgesellschaften (Asset Management Companies, AMCs) dargestellt.

Alles in allem fordert der vor der Kommission Ende 2020 vorgestellte Action Plan ein koordiniertes Vorgehen der EU-Länder auf allen Ebenen zur Steigerung von Effizienz und Effektivität bei der Bewältigung der zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Probleme.

Mitglieder der BKS haben den Beitrag im BKS-Pressespiegel erhalten. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift kann zudem hier bezogen werden: https://www.kreditwesen.de/immobilien-finanzierung/themenschwerpunkte/inhalt/diesem-heft-id70612.html

Nur noch diese Woche – NPL-Barometer 2021 – jetzt teilnehmen!

vom 25. Februar 2021

Mit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie stehen wir vor der größten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise in Deutschland seit 1945. Nach dem ersten Lockdown wurde im Mai 2020 die letzte Erhebung zur NPL-Situation durchgeführt. Jetzt wollen wir innerhalb der zweiten Welle der nach wie vor bestehenden Pandemie gemeinsam mit Ihnen die nächste Erhebung durchführen.

Aufgrund der Krise und ihrer Auswirkungen auf die globale Wirtschaft kommt dem NPL-Barometer auch in diesem Jahr wieder eine wichtige Prognose- und Frühwarnfunktion für die deutsche Finanzwirtschaft zu. Uns ist bewusst, dass durch die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen und durch die Abhängigkeit von massiven Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung die Volatilität der Prognosen nicht unterschätzt werden darf. Entsprechend gespannt sind wir, inwieweit sich Ihre Einschätzung gegenüber dem letzten Jahr verändert hat.

Wenn Sie im Risikomanagement einer deutschen Bank tätig sind, würden wir uns sehr über Ihre Teilnahme freuen. Bitte teilen Sie diesen auch mit Ihren relevanten Kollegen aus dem Risikomanagement. Die Teilnahme dauert ca. 10 – 15 Minuten.

https://npl-test.bks-ev.de/index.php/284724/lang-de

Auf der Grundlage Ihrer Antworten erstellen wir das NPL-Barometer. Dieses sagt aus, ob der deutsche Markt notleidender Forderungen (Non-performing Loans, NPLs) rückläufig, stabil oder wachsend ist.

Die Erhebung wurde als Kooperationsprojekt zwischen der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing und der Frankfurt School of Finance & Management entwickelt und wird vom International Bankers Forum unterstützt.

Die Ergebnisse werden voraussichtlich im März veröffentlicht. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten selbstverständlich eine ausführliche Auswertung. Die Umfrage ist vollständig anonym. Es werden keine IP-Adressen gespeichert.

Schon jetzt ein herzliches Dankeschön für Ihre Teilnahme.

Jürgen Sonder im Gespräch mit Prof. Wuermeling (Bundesbank) und Dr. Ossig (BdB)

vom 23. Februar 2021

Auf der “24. Bank der Zukunft” des International Bankers Forum sprach BKS-Präsident Juergen Sonder mit Bundesbank-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Joachim Wuermeling und dem Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands Dr. Christian Ossig.

Sonder: “Es hat sich gezeigt, dass in der aktuellen Pandemie ein isoliertes Risikomanagement einer Bank nur bedingt wirksam sein kann. Das Zusammenspiel der Kräfte in den Risikomanagement-Systemen der internationalen und nationalen Institutionen wie der EU-Kommission, EZB, EBA, BaFin im Handshake mit der Politik die unstrittig mit ihren massiven Unterstützungsmaßnahmen bisher negative Auswirkungen auf den Bankensektor verhindert hat, wird und ist der entscheidende Faktor um die Krise effektiv zu bekämpfen.”

Mit Blick auf NPL-Verkäufe: “Banken sollten gewährleisten, dass ihre NPL-Strategie nicht nur eine einzelne strategische Option umfasst, sondern vielmehr Kombinationen von Strategien und Optionen. Dies ist ein Originalzitat aus den NPL-Guidelines der EZB vom März 2017. Und dies beinhaltet den Forderungsverkauf und das externe Servicing. “

Das vollständige Gespräch finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=0-47dqyT6oA

BKS/DKS-Webinar mit rund 100 Teilnehmer*innen

vom 5. Februar 2021

Beim gestrigen Webinar zum Thema “NPL-Welle” gaben Expert*innen aus der deutschen NPL-Branche einen Überblick über die größten Risiken für die Kreditwirtschaft in der Coronakrise. Wir konnten rund 100 Teilnehmer*innen begrüßen.

Nach der Begrüßung durch BKS-Präsident Jürgen Sonder, führte DKS-Vizepräsident Dr. Jörg Keibel durch die Veranstaltung.

Zunächst gab Sabine Otte, Targobank, einen Überblick über die Lage bei den Konsumentenkrediten. Auch wenn derzeit noch keine Alarmglocken läuteten, lägen große Risiken in drohender wachsender Arbeitslosigkeit.

Bernd Geilen, ehemaliger Vorstand bei der ING, schätzte die Lage bei den Wohnimmobilien ein: Derzeit sei kein Überangebot auszumachen und ein eher positiver Ausblick zu verzeichnen, doch lägen die Risiken in steigender Arbeitslosigkeit und ggf. Scheidungsraten.

Holger Rabelt, Commerzbank, sprach mit Blick auf das WStFG für Firmenkunden davon, dass dieses in der Breite noch nicht genutzt würde. Ein Anstieg von NPLs sei aus seiner Sicht zwar zu erwarten, die von Andrea Enria genannten 1,4 Billionen Euro seien jedoch nicht nachvollziehbar. Die nächsten Jahre würden die Auswirkungen der Krise sichtbarer.

Holger Clemens Hinz, Quirin Privatbank, warf einen Blick auf den Bereich der KMU und erläuterte die Rolle der Anleihenfinanzierungen. Dort gebe es bislang keine größeren Ausfallquoten. Insgesamt habe sich der Kapitalmarkt und die Emissionstätigkeit positiv entwickelt.

Karl-Heinz Bühner, LBBW, betrachtete das Thema der Schuldscheindarlehen, die überwiegend von Unternehmen ab 500 Mio. Euro Umsatz genutzt würden. Aus diesem Markt seien bislang keine Rückschlüsse auf steigende NPL-Quoten möglich.

Antje Mertig, Steinberg Management, berichtete für den Bereich der Kredite für Gewerbeimmobilien. Die Volumina der Finanzierungen in diesem Bereich sei in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Coronakrise habe auf einzelne Branchen weitreichende Auswirkungen, die aber nur schwer abzuschätzen seien. Besonders in den Innenstädten, den Shoppingflächen und Hotels seien die Auswirkungen spürbar.

Prof. Dr. Christoph Schalast, Frankfurt School of Finance & Management, resümierte die vorangegangenen Statements und wies in diesem Zusammenhang auf das NPL-Barometer hin, das derzeit erhoben wird.

Anschließend folgten zwei Einschätzungen von Jan-Peter Hülbert, TSI True Sale International, zum Thema “NPL Securitisation als Lösung analog GACS und HAPS?” und Janine Hardi, Rechtsanwältin, vormals FMS-WM, zu den Vor- und Nachteilen einer nationalen Bad Bank.

Zum Abschluss betrachteten Dr. Keibel und Herr Sonder den zuletzt beschlossenen NPL-Aktionsplan der EU-Kommission und in diesem Zusammenhang den jüngsten Bericht des Europäischen Parlaments zur geplanten Kreditdienstleister-Richtlinie, zu dem die BKS ein Positionspapier erstellt hat.

Bundesregierung beschließt Verlängerung der Insolvenzantragspflicht

vom 20. Januar 2021

Am 20.01.2021 hat die Bundesregierung die von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht vorgelegte Formulierungshilfe für einen Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD beschlossen, die eine Änderung des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) vorsieht.

Die beschlossenen Änderungen sehen vor, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. April 2021 zu verlängern.

BKS-Präsident Jürgen Sonder:

„Es ist wichtig, dass den Unternehmen, die durch die Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, geholfen wird. Die Verlängerung der Insolvenzantragspflicht ist ein logischer Schritt in diesem Kontext. Unabhängig davon, dass viele Unternehmen, die keine positive Fortführungsprognose besitzen, diese Verlängerung in Anspruch nehmen, werden die Auswirkungen kumuliert verschoben. Je nach Pandemie-Lage und wirtschaftlicher Entwicklung werden uns die Insolvenzen weniger oder stärker belasten. Die Frage ist auch, inwieweit die Finanzindustrie bereit und in der Lage ist, die zu erwartende Pleitewelle proaktiv zu steuern. Der Gefahr einer Entstehung von sogenannten Zombieunternehmen sollte man offensiv begegnen.“

Die Verlängerung soll den Schuldnern zugutekommen, die einen Anspruch auf finanzielle Hilfen aus den aufgelegten Corona-Hilfsprogrammen haben und deren Auszahlung noch aussteht. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass die Hilfe bis zum 28. Februar 2021 beantragt wird und die erlangbare Hilfeleistung zur Beseitigung der Insolvenzreife geeignet ist. Auf die tatsächliche Antragstellung kommt es jedoch ausnahmsweise nicht an, wenn eine Beantragung der Hilfen aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen bis zum 28. Februar 2021 nicht möglich ist. In diesen Fällen soll auf die Antragsberechtigung abgestellt werden.

Wie schon bisher gilt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nur, wenn die Krise des Unternehmens pandemiebedingt ist, mit einer Auszahlung der Hilfen zu rechnen ist und hierdurch eine Überlebenschance für das Unternehmen besteht. Wenn ein Unternehmen von einem Insolvenzantrag absieht, obwohl die Voraussetzungen für eine Aussetzung nicht vorliegen, handelt die Geschäftsleitung pflichtwidrig. Dies kann sowohl eine Haftung als auch eine Strafbarkeit der Geschäftsleitung begründen. Daran soll auch weiterhin festgehalten werden.

Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. Februar 2021 gelten und sich damit nahtlos an die geltenden Regelungen anschließen.

Zum Download der Formulierungshilfe

Quelle: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/0120_Insolvenz.html

EU-Kommission stellt NPL-Aktionsplan vor

vom 17. Dezember 2020

Die EU-Kommission hat am 16. Dezember ihren Action plan “Tackling non-performing loans (NPLs) in the aftermath of the COVID-19 pandemic” vorgestellt.

BKS-Präsident Jürgen Sonder: “It is positive to note that the EU is increasing pace and further qualifying the framework conditions for the secondary market. However, it will also be decisive how the financial sector is supported by relieving capital requirements.”

Die BKS hat die Interessen der deutschen NPL-Branche bereits im NPL-Roundtable der EU-Kommission im September eingebracht und wird auch den Aktionsplan eng begleiten. Sonder: “Wir werden dieses Papier im Roundtable der BKS-Bankenbeiräte diskutieren und im Januar ein Positionspapier für unsere Mitglieder hierzu vorstellen.”

Quelle: https://ec.europa.eu/info/publications/201216-non-performing-loans-action-plan_en

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